Posts mit dem Label Buchbesprechung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Buchbesprechung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 9. Februar 2024

Neues Buch - The Complete Catalogue of the Austin Seven: All Austin Seven Variants from Around the World, 1922-1939

 Wieder einmal konnte man Ende des Jahres in einschlägigen Foren lesen, dass ein neues Buch zum Austin Seven demnächst erscheinen würde. Wieder einmal war ich ein wenig skeptisch, denn was kann man denn noch zu dem Thema schreiben und wieder einmal traf ich die Entscheidung - eine gute und richtige - das Buch zu bestellen.

Meine Bestellung ging derart früh heraus, dass man mich frühzeitig vorwarnte, dass ich das Buch erst 8 bis 10 Wochen später erhalten würde. Egal, denn man hat ja Zeit und so vergaß ich meine Bestellung nach einigen Tagen wieder. Umso entzückter war ich, als Mitte Februar ein Päckchen vor der Tür lag, das ich gar nicht einordnen konnte.

Das Päckchen schnell aufgerissen und schon übermannte mich ein Grinsen. Ein schweres, gebundenes Buch kam zum Vorschein und der erste Blick war bereits verlockend.

144 Seiten, alle im Hochglanzdruck und mit hochwertigen Fotografien und Darstellungen versehen, kann man die unterschiedlichen Modelle der Austin Werke, der verschiedenen Karosseriebauer, der ausländischen Lizenzbauer betrachten und bekommt genaue Stückzahlen und Besonderheiten genannt.

Begleitende Texte sind detailreich aber nicht erschlagend und so ergibt sich ein Gesamtwerk, welches den Leser dazu verleitet, immer mal wieder Modelle und deren Besonderheiten zu betrachten und zu staunen, was es damals nicht alles gab. Neben den vielzähligen Standardmodellen sind es die fast schon fantastisch anmutenden Bauten geschickter Karosseriebetriebe, die Modelle wie den Wembley Saloon, den Stadium Two Seater, The First Coupé und viele weiter Kunstwerke auf vier Rädern geschaffen haben. Was! Sie kennen die oben genannten Modelle nicht? Dann schnell zum Buchhändler und das Buch gekauft. Es lohnt sich!

Kritik, wenn überhaupt angebracht: Wenn jetzt noch die dargestellten Fahrzeuge in Kurztexten auf Originalität überprüft und kommentiert worden wären, sodass  man Fehler oder Abweichungen erkennen könnte, so wäre das ein ultimatives Buch. Nichtsdestotrotz ist dieses Werk ein absolutes Muss für alle, die sich wirklich für den Austin Seven interessieren.



Donnerstag, 10. August 2023

"Austin Seven" von Roger Bugg - Buchkritik

 Sobald ein neues Buch zum Thema Austin Seven erscheint und der Preis es zulässt, erwerbe ich dieses, damit die Bibliothek meiner Austin Seven Bücher möglichst vollständig ist und ich nicht irgendwann einmal den seltenen Büchern zu horrenden Preises hinterherlaufen muss.

In diesem Jahr (2023) erschien wieder einmal ein kleines Buch, welches auf 96 Seiten einen schnellen Einblick in die Entwicklung von Automobilen, die Entstehungsgeschichte des Austin Seven, die unterschiedlichen Modellreihen, die Karriere des Fahrzeuges als Rennwagen, Lizenzbauten, Testfahrten und die Nachkriegszeit mit Aspekten wie Ersatzteilversorgung, Clubleben und Kaufberatung gibt.

Im Prinzip ein gutes Büchlein, wenn man die vielen anderen Werke, die zum Thema Austin Seven bereits auf dem Markt sind, nicht schon kennt. 

Insbesondere der erste Teil, also die Kapitel 1 "Setting the scene" und Kapitel 2 "Genesis of the Austin Seven" gefallen mir persönlich besonders gut und sind kompakt und leicht lesbar gestaltet. Das Kapitel 3 "Features of the Models" enttäuscht mich ein wenig, denn hier stellte ich mir die Frage, ob ein völliges Auslassen dieses massiv bildlastigen Kapitels (mitunter in mäßiger Qualität) nicht besser gewesen wäre, denn es handelt sich nach meiner Ansicht nur um eine Bildfolge der verschiedenen Modelltypen. Das haben andere Bücher besser geschafft, das kann zum Beispiel auch das Übersichtsblatt "Identifying Austin Sevens - Übersicht (A7CA)" weitaus besser.

Die nachfolgenden Kapitel sind etwas für die Freunde des Rennsports und der Sondermodelle. Insbesondere die letzten Kapitel zum Thema "Was passierte nach 1939?" gefielen mir schon wieder weitaus besser.

Insgesamt halte ich das kleine Werk etwas für Neueinsteiger in die Materie, für Enthusiasten wie mich, die gerne auch die historischen Geschichten um die Entstehungsgeschichte lieben und Freunde der besonderen Modelle.



insgesamt 3 von 6


Dienstag, 26. Juli 2022

Oldtimer Markt Edition Motorist 2022 - Kaufempfehlung zu Austin Seven - Gedanken eines Lesers und Austin Seven Besitzers

Quelle: https://www.oldtimer-markt-shop.de/modelle/images/bs0346.jpg
Quelle: Oldtimer Markt

Immer wieder freue ich mich, wenn der Austin Seven in den Medien zu sehen ist. Seit mehr als über 30 Jahren hänge ich an diesem Fahrzeug und ich würde mich selbst zu den technikinteressierten, nietenzählenden, vorsichtigen Schraubern zählen. Ich halte diese kleinen Fahrzeuge aufgrund ihres Alters und ihrer Geschichte für rollende Kulturgüter, die es - wie Fachwerkhäuser, Kunstwerke und Literatur - zu schützen gilt.

Der Artikel aus der Oldtimer Markt Edition Motorist 2022, Seite 24f, der mir durch Zufall in die Hände fiel, stellt die Materie meines Erachtens zu einfach, zu salopp dar. Ja, einen Austin Seven zu kaufen ist ein leichtes, aber einen guten, soliden und authentischen Seven zu besitzen, ist eine ganz andere Ebene.

Günstiger Einstiegswagen - Ungünstige Wertentwicklung - Wenig Motivation zu aufwendigen Restaurierungen

Oldtimer-Markt schreibt:

HEUTE ist der Seven das ideale Spielfeld für Einsteiger mit Schrauber-Ambitionen. Eine Restaurierung ist nicht allzu knifflig, dafür sorgt die simple Technik, die Teileversorgung funktioniert besser als bei manchen Gebrauchtwagen, die Seven-Gemeinde ist großzügig und gut aufgelegt. Wer es drauf anlegt, kann sich aus Einzelteilen (gebraucht oder nachgefertigt) ein Auto mehr oder weniger selbst bauen. Nicht minder reizvoll ist es aber, einen gepflegten, hübsch patinierten Ruby zu kaufen und einfach loszufahren.

Da es sich um ein einfaches und - mit Verlaub - billiges Fahrzeug handelt, sind gute, aufwendige Restaurierungen nicht immer durchgeführt worden. Die gute Ersatzteillage ist für viele Klein- und Verschleißteile zwar richtig, animiert aber auch Schrauber der robusten und wenig am Originalzustand interessierten Gattung zu "wilder, unkoordinierter Arbeit". Die Ergebnis sind zum Teil erschreckend. So ist es nicht verwunderlich, wenn viele Austins, die auf dem Markt angeboten werden, verbastelt sind oder laienhaft zurecht gemacht wurden. Einen Austin Seven historisch korrekt zu restaurieren, ihn mit der richtigen Hupe, den richtigen Scheinwerfergläsern, den richtigen Winkern und dem richtigen Scheibenwischernmotor auszustatten, kostet ähnlich viel wie dies bei einem Triumph oder Rolls-Royce zu tun, aber der Wiederverkaufswert holt die Kosten nicht rein... Wer einen gut erhaltenen Austin hat oder selbigen in diesen Zustand gebracht hat, wird ihn erst einmal nicht wieder verkaufen.

Der Vorschlag, einen patinierten Ruby zu kaufen, ist sicherlich eine Alternative bis zu dem Tag, an dem etwas kaputt geht oder der Zustand der Patinierung dem der Verwahrlosung weicht. Dann muss eine Entscheidung her und die fällt beim Seven meistens zu Ungunsten des Fahrzeuges bzw. der Originalität und Qualität aus.

Wo viel geschraubt wird, wo Ersatzteile billig sind... da gibt es auch viel (pseudo-historischen) Schrott.

Oldtimer-Markt schreibt:

PRAKTISCH kann eigentlich wenig schiefgehen. Wenn man ein bisschen aufpasst jedenfalls - der Seven ist mit allem bestens versorgt, was ein fröhliches Oldtimerleben ausmacht. [...] Wie immer liegt das Vergnügen darin, mit den Beschränkungen zurechtzukommen, aus dem Minimum das Beste zu machen und die Wohlfühlzone zu finden. Bevor es Protest gibt: Manche Seven-Fahrer haben dann doch Bäume ausgerissen, das aber ist eine hohe Kunst, die man sich aneignen muss. Oder für große Scheine kaufen, aber sobald Begriffe wie „Ulster“ oder „Brooklands“ an einem Exemplar pappen, ist Vorsicht geboten. Das sind mit großer Wahrscheinlichkeit Phantasie-Kreationen und müssen als solche behandelt werden. [...]

Man kann einen Austin kaufen, Spaß haben und wenn es Ärger gibt, das Fahrzeug abstoßen oder einfach herumwerkeln und aufgrund des geringen Einkaufpreises die entstandenen Schäden und Verunstaltungen in Kauf nehmen. Das kann man machen und das machen auch viele. Viele kommen auf die Idee, sich ein Auto nach ihren Vorstellungen zu zimmern. Das ist der Moment, bei denen ich nur noch Wegschauen kann. Als ein deutscher Ruby-Besitzer (das Austin Seven Modell von 1934 bis 1939) eine voll erhaltene Ruby-Karosserie entsorgte, um sich auf dem Chassis eine zurechtgeschusterte Karosserie zu setzen, die dann als "Special" tituliert wurde... Wie der Artikel zurecht darstellt, kann man mit Fakes gutes Geld verdienen - für Seven Verhältnisse - und ein Standardchassis mit einem Ulster-Body versehen. Eine gängige Praxis, die gutes Geld verspricht... und mit einem Austin Seven wenig zu tun hat.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Buchkritik - David Morgans "Immortal Austin Seven"

Als das Buch im Frühjahr 2017 angekündigt wurde, habe ich gleich die Bestellung aufgegeben. Ich musste zwar bis November 2017 warten, bis ich den ersten Blick hineinwerfen konnte, aber dieses lange Warten hatte zwei Vorteile.



Zum einen erhielt ich das Buch zum Vorteilspreis von 39,54 € und nicht wie damals angekündigt 45 €. Nun gut... immer noch ein stolzer Preis. Zum anderen konnte ich mir überlegen, ob sich das Geld lohnen würde für ein Buch, das sich wieder mit dem einen Thema, dem einen Fahrzeug beschäftigt. Was soll ein Autor denn anders machen, als all die anderen Autoren zuvor, bei einem Fahrzeug, das insgesamt nur 17 Jahre gebaut wurde und dessen letztes Fahrzeug vor 78 Jahren vom Band lief?



Ich mache es kurz: Das Buch ist ein Volltreffer. Auch wenn natürlich immer wieder bekannte Bilder auftauchen, die in einer guten Chronik einfach nicht fehlen dürfen, so sind es die vielen, gut kombinierten historischen Fotos, Katalogseiten, technische Zeichnungen und die aktuellen Schnappschüsse, die dieses Buch zu einem stetigen Hingucker - Nein, Hineingucker - machen. In insgesamt 18 Kapiteln widmet sich der Autor allen Bereichen des Autos, der Firma Austin und allem, was dazu gehört.



Das geht über die Entstehungsgeschichte... kennt man, aber durch die Betrachtung der Austin Werke und Einblicke in die Frühgeschichte Austins eine interessante Variante. Dies umfasst die militärische Nutzung des Fahrzeuges, die Austins als Flugzeuge... ausländische Varianten etc.



Die interessante Art der Gestaltung und die Themenwechsel machen das Buch zu etwas Besonderem.

Um aber auch Spaß an der Fülle der Informationen zu haben, sollten die Englischkenntnisse das Schulmaß schon überschreiten, denn nur so ist der doch recht komplexe Stil des Texts wirklich ein Genuß.

Bewertung
Wenn ich es bewerten muss, dann 5,5 von 6. Den einzigen Abzug - aber das ist rein persönlich - gibt es für die vielen Seiten, die sich den Rennmodellen und Sonderbauten widmen. Das interessiert mich als Puristen, als Nietenzähler mit Interesse an der Serienproduktion überhaupt nicht.

5,5 - 6